Warum wir weiterkämpfen müssen!

Am vergangenen Sonntag feierte das Deutsche Technikmuseum Berlin seinen 25. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür und vielen Sonderveranstaltungen. Es kamen circa 12.000 BesucherInnen. Die freundlichen und hilfsbereiten BesucherbetreuerInnen kümmerten sich im Spectrum und an der Garderobe des Hauptgebäudes um sie. Die anderen Ausstellungsorte, der Neubau und die Lokschuppen, mussten erneut ohne sie auskommen. Dort werden seit Ostern LeiharbeiterInnen von Securitas eingesetzt.

Noch immer ist unser Arbeitsalltag von chronischer Unterbesetzung geprägt, die durch Nichtverlängerung von Arbeitsverträgen und unrechtmäßige Entlassungen entstand. Nun sollten, nach einer Absprache zwischen Betriebsrat und Museumsleitung, bereits vergangene Woche die ersten unbefristeten Arbeitsverträge von BesucherbetreuerInnen unterschrieben werden. Doch erst seit Mittwoch, den 16. Juli, lagen diese vor, sodass schon am Dienstag einzelne BesucherbetreuerInnen Klage auf Weiterbeschäftigung beim Berliner Arbeitsgericht einreichen mussten. Nur so konnten sie die dreiwöchige Klagefrist nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses (30. Juni) wahren. Das Spiel auf Zeit wird also von der Geschäftsfürhung der T&M GmbH und der Museumsleitung – Herr Prof. Dirk Böndel in Personalunion – fortgesetzt.

Es wird jedoch nicht nur die Weiterbeschäftigung der im Juni unrechtmäßig Entlassenen verzögert. Die Museumsleitung hat vor allem den 15 ehemaligen Beschäftigten der T&M GmbH, die ihre Entfristungsklagen in erster Instanz gewonnen haben, keine unbefristeten Arbeitsverträge angeboten. Im Gegenteil, noch immer läuft – trotz gegenteiliger Absprache mit dem Betriebsrat – mindestens in einem Fall die Berufung gegen die gerichtliche Feststellung des unbefristeten Arbeitsverhältnisses. Damit bricht die Geschäftsführung der T&M GmbH erneut ihre Zusagen von Ende Juni.

Offensichtlich hat die Museumsleitung kein Interesse daran, Absprachen fristgerecht einzuhalten, die vollständige Arbeitsfähigkeit der Besucherbetreuung und das Vertrauensverhältnis zwischen Beschäftigten und Geschäftsführung wiederherzustellen. Die Direktion um Dirk Böndel versucht weiterhin, möglichst wenig unbefristete Arbeitsverträge zu schließen. Doch nur unverzüglich geschlossene unbefristete Arbeitsverträge für alle MitarbeiterInnen und fälschlich Entlassenen sowie die Neueinstellung von BesucherbetreuerInnen kann einen qualtitativen und kostenmäßig angemessenen Betrieb der Besucherbetreuung im Technikmuseum wiederherstellen.

Die Gratulation des Mayday Bündnis Berlin kam leider verfrüht. Gefeiert werden kann, wenn alle ihre ordnungsgemäßen Verträge unterschrieben haben und die BesucherbetreuerInnen wieder normal arbeiten können.


1 Antwort auf “Warum wir weiterkämpfen müssen!”


  1. 1 Machnow 17. Juli 2008 um 23:33 Uhr

    Das Mayday Bündnis Berlin konnte leider nur von der äußerst euphorischen Presserklärung von ver.di – vomn 3. Juli (!), heut ist im übrigen der 17. Juli – ausgehen. Deshalb wahrscheinlich auch die Gratulation. Seitdem gab es ja keine Presseerklärung mehr aus dem Betriebsrat oder von den Beschäftigten.

    Sollte es nicht nach dem großen Sieg nach der Stiftungsratsitzung sogar eine gemeinsame PM mit dem Museum geben um das wiederhergestellte gute Verhältnis zu feiern? Gibt es wohmöglich doch kein gutes Verhältnis?

    Wundern würde es mich nicht, wenn immer wieder von Böndel & Co. ’ne neue Backpfeife kommt. Ich meine die Verzögerung der Verlängerung der am 30. Juni Entlassenen. Die Verzögerung der unbefristeten Verträge letzte Woche. Und diese Woche der Wortbruch mit der Berufung. Also, von einem gutem Miteinander zwischen Betriebsrat / Beschäftigten und Museumsleitung – sprich Böndel – kann wohl nicht geredet werden. Und, ehrlich gesagt, frag ich mich, warum der Betriebsrat sich einfach nicht äußert, warum er zu kuschen scheint, warum er jeden neuen rechten Hacken devot einsteckt… Ich dachte Betriebsräte sollen die Interessen der Beschäftigten vertreten, und zwar aller Beschäftigten.

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